Indien 2011

Samstag 26.02.2011

4. März 2011

Endlich Wochenende, zumindestens dachte ich das, aber ich musste leider ins Büro um eigentlich nur die andern Leute kennen zu lernen. War zumindestens mein Gedanke, dem war aber absolut nicht so. Ich traf andere Trainees und bekam danach eine kleine Einführung in meinen Aufgabenbereich und wurde dort schon absolut erschlagen mit den Erwartungen, die die in mich setzten und die ich bis heute absolut nicht erfüllen kann. Ich sollte eine Präsentation bearbeiten die für ca eine Stunde reichen sollte und die ich dann in der nächsten Woche schon vor den Studenten halten sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich mir noch nicht bewusst, das die Studenten unser Alter haben sollten und vorallem absolut nicht, das die schon ihren Master haben und kein Wort englisch verstehen werden.

Ich saß also fleißig im Büro wurde von allen angestart und surfte ein wenig im Internet über softskills, dies brachte mir absolut nichts, sondern ich versuchte nur die Zeit rum zu bekommen.

Nach der Arbeit wurde ich dann von einem Fahrer zum Haus gefahren und brauchte dann dringend Geld, also bin ich alleine in die Stadt losgezogen und habe tatsächlich die richtige Bank gefunden und auch Geld bekommen. Aus dieser Erfahrung lernte ich dann auch, gehe nie alleine als weiße Frau allein in die Stadt und vorallem nicht wenn es dämmert. Tagsüber wollen sie schon die ganze Zeit Fotos machen und abends wollen sie dich dann nach Hause begleiten. Als ich in der Stadt war, war es noch hell also keine Panik ihr lieben daheim, ich lebe bin unversehrt und habe nur für 20 Fotos gelächelt… :-D

Das gute an dem Tag war, das ich den Brasilianer über uns kennen gelernt habe und nun auch weiß, das ich ihn nicht wieder treffen möchte. Denn er ist den ganzen Tag betrunken und hat definitiv keine Arbeit. Die AIESECer möchten ihn glaube ich auch aus dem Haus raus haben, aber irgendwie bekommen die das einfach nicht hin…Wie so ziemlich vieles, aber dazu später mehr…

Abends bekam ich dann endlich eine indische Simkarte und konnte sie aber leider nicht direkt nutzen, was mir an diesem Tag noch kein Problem bereitete. An dem Abend aß ich das erste mal Momos ein indisches Gericht das doch Ähnlichkeiten mit weichen Wantan hat. Aber wahnsinnig lecker ist und auch umbedingt probiert werden sollte. Ich trank an dem Abend auch meinen bis jetzt einzigen richtig guten Kaffe, der nicht voll mit Zucker war.

Bis zu diesem Tag, dachte ich noch nicht wie chaotisch Indien wirklich werden kann…

Freitag, der Wechsel in das Haus des Schreckens

3. März 2011

Freitag morgen wurde ich nach einem sehr scharfen Frügstück pünktlich von Raghav abgeholt und durch die Gegend kutschiert, ich wurde auch zu allen wichtigen Meetings von meinem TN-Manager mitgenommen, als wäre ich eine Auszeichnung für ihn, wenn er mit einer Deutschen unterwegs ist. Ich durfte mir dann schonmal das Haus von außen angucken, allerdings war es zu diesem Zeitpunkt noch abgeschlossen, was vermutlich das größte Glück für mich war.

Ich sah also noch einige Dinge von Chandigarh zum Beispiel die größte Universität von ganz Chandigarh, bei der man wundervoll essen kann und wahnsinnig viele Interessante Leute trifft und sich wirklich gut unterhalten kann. Ich aß dort lecker chiapatti mit scharfem Gemüse und einer sehr leckeren Soße mit Reis, ich hab leider überhaupt keine Ahnung wie es heißt, denn die Aussprache ist für mich immer noch ein sehr großes Problem, sodass ich einfach alles probiere und erst danach eine wertung gebe und sage ob es gut oder schlecht war.

An diesem Tag wechselten meine Fahrer auch so oft, das ich manchmal überhaupt nicht mitbekam wer jetzt mal wieder fährt, allerdings an dem Fahrstil dann und an der Anzahl wie oft gehupt wurde, wurde klar wer fährt. Unsere TN-Manager fährt doch am entspanntestens und dir wird nicht kontinuierlich schlecht.

Abends stand dann mein Wechsel in das Haus an, ich wusste nicht, das es so schlimm werden wurde. Ich wurde von einer sehr netten Inderin und paar Freundinnen von ihr zum Haus gefahren und wie konnte es anders sein, es war abgeschlossen, wir sind dann erstmal einen Kaffe trinken gefahren, der ganz nebenbei wie fast alle Getränke in Indien wahnsinnig süß ist. Tee bzw Chai, den wir jeden morgen auf der Arbeit bekommen ist so süß, das ich manchmal das Gefühl habe noch süßer geht es nicht oder ich lutsche einen Zuckerklumpen. Als ich dann endlich die Möglichkeit hatte meine Mitbewohnerin und somit das Haus zu bewundern, war ich wirklich geschockt. Wie soll man das Haus beschreiben…

Ich schlafe auf einem Bett das aus ein wenig Metal und aus Spanngurten, wie für einen Koffer besteht und mit einem dünnen Laken bespannt ist.Das Badezimmer und die Küche teilen sich den Platz um den ekeligsten Platz in unserer Wohnung. Zuerst das Badezimmer, wir haben zwei davon, aber in nur einem haben wir Wasser, Wasser bekommen wir allerdings auch nur morgens, sodass wir früh aufstehen müssen um zumindestens die Eimer, die unsere Dusche darstellen mit Wasser befüllen können und somit Wasser für den ganzen Tag dann haben. Die Toilette ist unserer Meinung nach ein bisschen undicht, denn wir können das Bad so oft wischen wie wir wollen es ist nach nicht mal einer Minute wieder genauso nass und wir könnten gefaltete Bötchen schwimmen lassen.

Die Küche ist sehr ähnlich, die Waschbecken sind voll mit den Resten der letzten paar hundert Menschen, die ihre Lebensmittelreste einfach drin gelassen haben. Wir haben keinen Herd nur einen Heizplatte die man erst überreden muss, das sie funktioniert… Unser Kühlschrank ist das wunder überhaupt, will man ihn öffnen kippt er erstmal nach vorne und erschlägt dich fasr, er funktioniert auch nur nachts, denn wir haben tagsüber keine Elektrizität…

Internet ist anscheinend in Indien teilweise purer Luxus, denn in unserem Trainee Haus existiert einfach keins und ich denke auch nicht, das irgendwann eine Änderung in sicht ist, denn die anderen AIESECer die dort früher gewohnt haben, vor über 3 Monaten hatten genau die selbe Situation.

Das einzig positive an der Wohnung sind definitiv die Mitbewohner und die Leute, die man durch sie kennen lernt.

Es wohnen in unserem Haus eine Ungarin, ne Chinesin und eine Polin, die alle sehr mitfühlend mit unserem Elend sind und sich sehr für unser Wohlergehen interessieren und über ihre Erfahrungen sehr viel erzählen können und über ihre Ausflüge die sie schon erlebt haben, leider werden uns alle nächste Woche verlassen, sodass wir hoffen, das wir vielleicht in ein anderes Haus wechseln können.

Hallöchen

1. März 2011

So endlich ist es so weit und mein erster Bericht kommt. Wie hab ich die ersten paar Tage überlebt ich weiß es ehrlich gesagt selbst nicht. Aber beginnen wir beim Flug. Der Flug war sehr gut, ich fand es nur sehr seltsam, das niemand mehr deutsch sprach sondern es schon in Frankfurt nur eine Sprache galt Englisch. Während meines Fluges habe ich einen Kerl kennen gelernt, der ganz spontan zu einer Geburtstagsparty nach Indien geflogen ist, das fand selbst ich etwas sehr spontan… Aber was soll ich sagen, Indien hat sich bei mir ja auch innerhalb von wenigen Wochen ergeben…In Delhi bekam ich dann das erste mal zu spüren, wie man sich als
Prominenter fühlen muss. Ich war und bin tatsächlich eine absolute Attraktion in Indien.
Mein Flug ging dann auch pünktlich weiter, sodass ich dort noch nicht die indische Zeit zu spüren bekam. Die indische Zeit merkte ich erst, als ich in Chandigarh ankam und niemand war, der für mich zuständig war. Also stand ich als blondes weißes Mädel in der Sonne und wurde von allen begafft. Zwanzig Minuten später kam auch Raghav mein zuständiger AIESECer und nahm mich mit auf den ersten und definitiv nicht den letzten Schock in Indien. Inder fahren links und somit auch links in den Kreisel. Der Blinker wird nur genutzt, wenn Polizei in der Nähe ist, ansonsten haben sie ja eine Hupe. Und diese besagte Hupe benutzen sie immer, wenn jemand im Weg steht, bzw. geht oder fährt. Dann natuerlich., wenn sie eine Kurve fahren oder rückwärts fahren oder einfach nur, wenn vor ihnen jemand mit weißer Haut geht. In den meisten Fällen bin das ich ;-)
Komplett anders ist natürlich auch das Fahrverhalten, denn wo man in Deutschland zwei Spuren und somit zwei Autos
nebeneinander findet. Sind es in Indien eher drei Autos,
mindestens eine Riksha paar Roller und zweischendrin noch eine
Kuh… Auf einem normalen Roller findest du auch eher mehr als
Zwei Personen, sodass du dich auch nicht wunderst, wenn 4 auf
einem Roller sitzen oder kleine Kinder zwischen den Eltern
eingequetscht sind.
Diesen Schock hatte ich auf dem Weg zu meinem ersten Essen zu
verdauen. Natürlich kamen noch viel mehr Eindrücke, aber davonspäter mehr.
Mein erstes Essen in Indien, war außer auf dem Flug, Nudeln. Man
kann aber die Nudeln absolut nicht mit unseren vergleichen. Es
gab black pepper noodles und die waren aber mal sowas von
scharf… Mir brante fast der Mund weg und ich dachte ich könnte
nie wieder irgendwas schmecken, aber nach 30 Minuten, war das auch wieder okay ;-)
Abends lernte ich dann die anderen AIESECer kennen und war schockiert, wieviele es waren und was die für einen Wirbel um einfache Dinge machen, wie eine Aufnahme in das AIESECer Team.
Meine erste Nacht verbrachte ich dann bei einer AIESECerin im Haus und lernte ihre Familie und zwei Chinesen kennen, mit denen ich mich endlich auch mal in normalen Englisch unterhalten konnte ;-) das ist in Indien nicht immer so einfach, denn die Inder haben einen sehr komplizierten Akzent und sprechem gar nicht soviel Englisch.



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